Erst stirbt die Schrift

Des Menschen Geist ist endlich und dennoch von den meisten noch nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Vielleicht kennt auch Ihr dieses seltsame Gefühl der Enge und die Benommenheit, wenn man auf einem universellen Gedanken oder einer grandiosen Idee reitend, die eigene Gehirnmasse verlässt, um sogleich im gestreckten Galopp gegen die knöcherne Innenwand des Schädels zu prallen!„Erst stirbt die Schrift“ weiterlesen

Hier bin ich Mensch!

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge Durch die Gärten und Felder zerschlägt, wie der Fluss in Breit und Länge so manchen lustigen Nachen bewegt, und, bis zum Sinken überladen, entfernt sich dieser letzte Kahn. Selbst von des Berges ferner Pfaden blinken uns farbige Kleider an. Ich höre schon des Dorfs Getümmel. Hier ist„Hier bin ich Mensch!“ weiterlesen

Momentaufnahme

Ach, das Leben! Die Welt! Die Liebe! Das Elend, die Not!  Du kannst analysieren, philosophieren, kritisieren, zerpflücken, intellektuell verschwurbeln, interpretieren, bejammern, prüfen, auf den Grund gehen, auseinandernehmen, zergliedern, durchleuchten, klagen, schimpfen, wehklagen, rummotzen, bejubeln, zur Rede stellen, erforschen, abhandeln, nach Wieso und Warum fragen, anzweifeln, bemeckern, verstehen wollen, dich beschweren, werten, erkennen, sinnieren, ergründen, erklären,„Momentaufnahme“ weiterlesen

Du musst nicht, du darfst!

Plötzlich war er da. Ein Ohrwurm, der sich immer wieder penetrant in meine Wahrnehmung schob. Der gesungene Werbeslogan »Ich will so bleiben, wie ich bin – will so bleiben, wie ich bin …« knüpfte sich vermutlich mnemotechnisch an vorherige Gedanken. In mir rasen zwei scheinbar widersprüchliche Ratschläge auf Kollisionskurs aufeinander zu. Mit »Schmackes«, wie man„Du musst nicht, du darfst!“ weiterlesen

Mein Weg mit der Angst

Es ist etwa sechzehn Jahre her, da reifte ein sehr persönlicher Wunsch in mir heran. Ich träumte davon, eine Teilstrecke des Jakobswegs, den Camino Francés von St-Jean-Pied-de-Port bis Santiago de Compostela, zu pilgern. »Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt«, heißt es, und ich begann, mich intensiv mit der Route auseinanderzusetzen, beschäftigte mich mit spanischem„Mein Weg mit der Angst“ weiterlesen

Tunnelblick

Unlängst erntete ich, leider wenig charmant verfasst, den »Kommentadel«, ich würde einen unerträglich nervigen Selbstbejammerblog führen und ich dürfe mich nicht wundern, dass ich kaum Follower habe. Dass ein sachlicher Austausch mit einem Forentroll dem Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln, gleich kommt, ist mir bekannt, aber ich nehme jede Kritik, wenn auch„Tunnelblick“ weiterlesen

Zapfenstreich

Hat das Jammern je ein Ende? Der Kälteschock hat uns für eine Woche den Corona-Lockdown vergessen lassen. Okay, nicht richtig vergessen, aber vorübergehend verdrängen lassen. Wir hatten ein neues beklagenswertes Leid: Schnee! Und wir fühlten uns »schneelend«. Das böse C. versagt uns jede Freude, auch die des Shoppens und dann das! Unsere ersatzkauflustigen Online-Bestellungen konnten„Zapfenstreich“ weiterlesen

Monatselfchen Januar

NEINuar! Nordhessische Regenzeit. Herzwärmesuche im Jammerfrost. Regenbraun stirbt im Schneematschgrau. JAnuar? Zugegeben, ich bewege mich derzeit nur stöhnend und jammernd raus, denn ich, echsenähnlich wechselwarm veranlagt, empfinde mich dort in einer lebensfeindlichen Umgebung. Entweder ist meine Kindheitserinnerung an deutlich winterige Winter eine tunnelartig verklärte, oder die Menschheit hat es tatsächlich inzwischen geschafft, im vergangenen Halbjahrhundert„Monatselfchen Januar“ weiterlesen

Follow me or let it be

Mein Blögchen hat das Säuglingsalter und das Krabbelstadium hinter sich gelassen und läuft nun, seit seinem ersten Schrei am 01.09.2019 artig, zuweilen noch strauchelnd an meiner Hand. Es hat sein soziales Umfeld erweitert, erste Kontakte geknüpft, wird regelmäßig durchgecheckt und zeigt sich aufgeschlossen und neugierig gegenüber der Welt. Aber es wird ein Mamakind bleiben, denn„Follow me or let it be“ weiterlesen

(Ver)wunsch

Fast liegt er hinter uns. Der Monat des Wünschens, der Monat des Gebens und Nehmens. Die letzten Tage bevor wir uns wieder von einem Jahr verabschieden und ein neues begrüßen. Die letzten Tage »zwischen den Jahren«, in denen wir uns, durch die Mund-Nase-Maske etwas vernuschelt, ein »Frohes Neues!« zurufen. Viele sagen: »Na, das Jahr konnte„(Ver)wunsch“ weiterlesen

Ich denk´ an Euch

Manche Rituale sind Krücken, auf die wir uns auf unserem unebenen Lebensweg stützen. Andere dienen als Kompass und scheinen uns zur Orientierung unverzichtbar. Einige sind Feuer, die uns die Dunkelheit erhellen und uns wärmen. Wenn sie wichtiger werden als die Idee dahinter, müssen wir sie infrage stellen oder dürfen ihnen einen neuen Sinn geben, denn„Ich denk´ an Euch“ weiterlesen

Unterwegs

Ich bin durstig. Wir kommen bald an eine Quelle. Ich bin hungrig. Ich habe noch etwas Brot. Es ist so dunkel. Der Mond leuchtet uns. Wir werden uns verlaufen. Die Sterne führen uns. Und wenn Wolken sie verdecken? Dann bitten wir um Hilfe. Ich friere. Bald geht die Sonne auf und wärmt dich. Ich fürchte„Unterwegs“ weiterlesen