Zankapfel Rezension

Selfpublisher vs. Buchblogger

Aus vielerlei guten Gründen bin ich derzeit vorwiegend passiv bei Instagram unterwegs (die denglische Bezeichnung ‚Lurkerin‘ träfe auf mich trotz des uncharmanten Klangs zu) und habe deshalb nur am Rande einen Vorfall wahrgenommen, der hohe Wellen in den beiden Lagern der schreibenden und der besprechenden Buchzunft schlug. Ohne vage bekannte Details à la »Stille Post« unnötig zu verzerren, umreiße ich ihn deshalb nur in Kürze. Demnach hat eine Selfpublisherin via Instagram-Post Buchblogger*innen gesucht und gefunden, recht üppige hochwertige und kostenlose Bundles an Interessierte verschickt, um letztlich festzustellen, dass einige (wenige, so will ich glauben) die teilweise ungelesenen Exemplare auf anderen Plattformen versemmelt haben und die Autorin auf seriöse Rezensionen vergeblich wartete.

Wie sich das nun für Social Media gehört, kochte, nachdem die Autorin das der Community mitteilte, die unrühmliche Tat richtig hoch und initiierte eine ungerechtfertigte, verallgemeinernde Hetze gegen Buchblogger*innen. Na, was erzähle ich, schwarzweißes Schwarmdenken setzte ein! Da ich selbst für eine sehr überschaubare Zeit Buchbloggerin war, aber auch Selfpublisherin, wühlten mich einige unreflektierte, hitzige Aussagen zu dem Thema so auf, dass ich meine Macht (auch darum geht es tatsächlich ein wenig) nutze, sprich, meinen eigenen Blog, um meinen Mostrich der Diskussion beizusteuern.

Autorinnen und Autoren, egal ob Selfpublisher oder mit Verlagsvertrag, benötigen öffentliche Aufmerksamkeit, um für ihr Werk Leser*innen zu finden. Neben lenkbaren Optionen (Lesungen, Feuilletonberichte etc.), stehen dabei auch Rezensionen, Buchkritiken oder Buchbesprechungen im Fokus, die jedoch inhaltlich äußerst schlecht zu beeinflussen sind. Und genau darüber sollten wir alle im demokratischen Sinne von Herzen dankbar sein und nicht unprofessionell rumzicken! Auch dann, oder gerade dann, wenn sie unverhofft negativ ausfallen. Jedes ehrliche, gut begründete Feedback ist für schriftstellerische Arbeit unerlässlich.

Buchblogger*innen und Rezensenten haben hingegen alle Freiheiten, denn sie benötigen die Autoren nicht direkt. Sie können die fraglichen Werke im Handel oder über den Verlag erwerben oder sie sich schlicht ausleihen. Ich habe in der Zeit meines Bücherblogs kein einziges Rezensionsexemplar erhalten, weil meine Reichweite nicht ausreichte und ich schreibe noch heute Rezensionen beim großen A*, wenn ich der Meinung bin, unbedingt zu einem Text etwas sagen zu müssen. Diese Freiheit ist lediglich in der Kooperation mit Selfpublishern eingeschränkt, denn wurde einmal ein Verriss verfasst, sind die Tage für die/den betreffenden Blogger meist gezählt.

Das große Missverständnis beider Lager besteht schlichtweg in der Definition des Auftrags. Seriöse Buchbesprechungen sind möglichst sachlich, textbezogen und fair, was aber nicht gleichbedeutend mit ‚positiv‘ ist. Ein guter Buchblogger, der um Rezensionsexemplare bittet, legt im Vorhinein fest, welches Genre bevorzugt wird. Im Idealfall erhält er/sie dann ein Exemplar, von dem der Absender im Gegenzug dann erwarten darf, dass das Werk a) komplett gelesen (hey, ein bisschen Disziplin muss schon sein!) und b) mit mehr als einem Satz besprochen wird. Der Lohn für diese Mühe ist das Belegexemplar samt kostenloser Zusendung. Aus die Maus! Aus diesem Lager habe ich allerdings nicht selten recht arrogante Einstellungen vernommen, mit dem Tenor, wieviel harte Arbeit und Mühe das Lesen, die Rezension und ein Flatlay-Foto kosten und sich ein Selfpublisher entsprechend glücklich schätzen dürfe, wenn er überhaupt besprochen wird – man könne schließlich auswählen. Dieser Handvoll machtmissbrauchenden Hochnäsigen würde ich empfehlen, entweder ihren Blog zu monetarisieren oder so gut zu werden, dass sie für eine Zeitung gegen Honorar rezensieren dürfen. Bücher zu schreiben, dauert übrigens ebenfalls ein Weilchen, weswegen Zeit ebenso wenig Kriterium ist, wie die Freude, die beide Seiten hoffentlich noch an ihrer Tätigkeit haben. Andererseits erliegen manche Selfpublisher der irrigen Vorstellung, eine Rezension wäre gleichbedeutend mit einer Buchempfehlung, fühlen sich persönlich angegriffen und sind bitter enttäuscht über jede negative Kritik, was zu Äußerungen führt wie: „Die (Blogger) wissen gar nicht, wie viel Mühe und Herzblut für das Buch notwendig waren. Die (Blogger) soll´n erst mal selber was schreiben, bevor sie andere niedermachen.“ Das sehe ich anders, denn ich muss nicht selber Staubsaugerproduzent sein, um ein schlechtes Modell schlecht zu bewerten und nicht selber Arien schmettern können, um schiefe Töne zu identifizieren und kritisieren zu dürfen. Buchblogger*innen sind Buchkritiker und Kritik bedeutet zunächst einmal lediglich eine prüfende Beurteilung und deren schriftliche oder mündliche Aussage. Diese Wertung kann dann sämtliche Nuancen zwischen überschwänglich positiv bis hin zum vernichtenden Verriss umfassen.

Nun, einige Selfpublisher*innen hoffen, ganz entgegen fairer Gepflogenheiten, die Stimmung für eine positive Rezension mit etlichen zusätzlichen, teils kostspieligen Giveaways ‚aufzuhellen‘, Blogger*innen gnädiger zu stimmen, die dann erwartungsgemäß menschlich reagieren und, wenn überhaupt, etwaige negative Kritik nur unter dem Ausdruck größten Unwohlseins üben. Nichts gegen ein zusätzliches Lesezeichen oder eine persönliche Karte, aber bei echten Geschenken entfaltet sich beim Öffnen eines solchen Pakets sofort der beißende Geruch der Bestechung! Da ich etliche dieser ‚Ach, wir wollen uns nicht wehtun‘-Rezensionen gelesen habe, weiß ich, dass die Rechnung zwar oft genug aufgeht, aber ein seltsamen Nachgeschmack auf beiden Seiten und vor allem der dritten, nämlich der der Leserschaft, hinterlässt. Die bei Instagram aufgeploppte Idee, Listen mit Lieblingsbloggern und eine für die schwarzen Schafe zu veröffentlichen, finde ich extrem schräg, denn diese Polarisierung und Stigmatisierung (wer prüft das nach?) ist eine Mobbingvariante der Art »Wer nicht genannt ist, ist ein Ar***«. Ich kenne auch Blogger*innen, die gerne Selfpublisher besprechen, aber faktisch jedes Buch mit Lob überschütten. Sie kämen sicherlich auf die Fav-Liste, aber wem dient das noch? Wer nur auf Lobhudelei aus ist, sollte für die eigene, dunkle Schublade schreiben. Alles, was unter den Augen der hellen Öffentlichkeit geschieht, unterliegt ihrem kritischen Auge. Ob als bildender, darstellender oder schreibender Künstler, als Politiker oder sich ’nur‘ auf Medienplattformen präsentierender Mensch, muss ich bereit sein, mich dieser Kritik zu stellen. Weil sie kurzlebiger Natur ist und schnell vergessen, dürfen wir auch dann nicht nachtragend reagieren (am besten gar nicht!), wenn sie uns mal allzu hart trifft. Im Idealfall erfahren wir durch sie eine wichtige Information bezüglich unseres Schaffens.

In den Wirtschaftswunderjahren der Nachkriegszeit, ich kann mich selber noch erinnern, gab es zum Jahreswechsel wahre Schauer aus teils wirklich hochwertigen Werbegeschenken, um Kunden zu umgarnen. Die erste Etatbeschneidung, als es ökonomisch notwendig wurde, betraf dann die Werbung und heute darf man sich über einen billigen, tintentrockengelegten Asia-Kuli von einer Partei, die man sowieso nicht wählen würde oder den Apothekenkalender, um die Mülltermine einzutragen, freuen. Firmen haben erkannt, dass Kundenbindung, Vertrauen und Werte nicht vom Wert der Werbegeschenke abhängen. Zugegeben, in uns allen steckt der ‚Gemeine Raffzahn‘, und jeder, der schon mal eine Messe besucht hat, weiß, wie Besucher austicken, wenn sie irgendetwas abgreifen können, selbst wenn es nur stapelweise Kataloge sind, die schon am Ausgang in den Abfallbehältern stecken. Eine unerfreuliche, aber menschliche Eigenschaft, zu der mir folgende Begebenheit einfällt:

In meiner Vita erwähnte ich, dass ich einige Jahre mit einem Onlinehandel und Ladengeschäft selbstständig tätig war. Ich war spezialisiert auf Fachliteratur, Spiel-, Lehr- und Lernmaterial für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Der kleine Laden in der Hauptstraße war naturgemäß in der Vorweihnachtszeit besonderer Magnet für Kinder und ihre Eltern und als der hier traditionsreiche Nikolaustag, der „Klobestag“ nahte, an dem verkleidete Kinder von Tür zu Tür ziehen, um Süßigkeiten mit Verslein oder Liedern zu erbetteln, fühlte ich mich dem Heischebrauch mit unzähligen Minipäckchen, gepackt mit Äpfeln, Nüssen, Mandarinen und kleinen Werbegeschenken meiner Verlage, gewappnet. Ich ging im Geiste die Anzahl der normalen Kunden durch und wagte eine stark vergrößerte Prognose. Was dann nach etwa 17:00 Uhr in meinen Miniladen flutete, toppte alles je zuvor Vorgestellte!

Die Kinder wurden ungelogen mit Minivans aus den Ortsteilen, in denen es keine Geschäfte mehr gab, rangekarrt. Die Eltern warteten, Markensüßigkeiten von Discounterware trennend, vor der dauerklingelnden Ladentür (wir mussten sie schließlich trotz der Kälte geöffnet halten) mit etlichen, prallvollen Tragetaschen, während kleine Monster, Geister, Prinzessinnen und Piraten sich vor der Ladentheke quetschten. Draußen checkten die Eltern, ob sich der Halt gelohnt hatte und weiter ging´s. Die Päckchen wurden aufgerissen, das Papier achtlos weggeworfen, genauso wie Obst und Nüsse – nur ‚Hardware‘ zählte. Sogar eine Mutter mit Kinderwagen wollte für ihren Säugling ein Geschenk. Sprüchlein wurden kaum aufgesagt, ein Dankeschön war selten zu hören und als die vorbereiteten Giveaways sich dem Ende neigten, haute ich raus, was finanziell noch vertretbar war, damit kein Kind leer ausging. Die längste Stunde meines Lebens und ich war von Herzen froh, um 18:00 Uhr den Schlüssel der Ladentür umdrehen zu können! Als ich am nächsten Morgen in unseren Briefkasten schaute, fand ich ein Miniwürstchen, auf dem Bürgersteig ein weiteres. Extra für den „Klobestag“ hergestellt und nett eingewickelt von der benachbarten Fleischerei, wurden sie undankbar auf diese Weise entsorgt.

Was mir in diesen Tagen durch den Kopf ging, könnt Ihr Euch denken, oder? Meine Eltern, die damals noch in der ruhigen Wohnsiedlung lebten, blieben schon Jahre zuvor auf dem vorsichtshalber angelegten Süßigkeitenvorrat sitzen. Die Wege zu lang, das Ergebnis vermutlich nicht lohnend. Die sympathische Tradition, bei der einst nur Kinder in der Nachbarschaft klingeln gingen und noch nicht ausschließlich die lukrativeren Läden ansteuerten, wurde von der Gier zu Grabe getragen! In einem Land des Überflusses! Die Erwartungshaltung nach mehr, mehr, mehr, ist keinem Kind in die Wiege gelegt – es schaut es sich bei uns Erwachsenen ab!

Im Jahr darauf zeigte ich mich bockig und stellte nur einige Stiegen gekaufter frischer Äpfel und Clementinen bereit. Das sprach sich schnell herum und wir belauschten die kleinen Räuber, die den wartenden Eltern zuraunten: „Gibt keine Geschenke, bloß doofes Obst!“ Der Andrang fiel entsprechend überschaubar aus.

Doch zurück zum Thema. Wenn Autor*innen glauben, Buchblogger mit Geschenken überhäufen zu müssen, um ihre Gunst zu gewinnen, läuft etwas grundsätzlich schief, denn genau genommen ist das das nackte Eingeständnis, nicht an das eigene Produkt zu glauben! Es muss reichen, bestmöglich zu schreiben. Es muss reichen, eine normale empathische Ausstrahlung zu haben. Es muss reichen, Rezensionsexemplare kostenlos abzugeben für den Gegenwert einer Besprechung. Egal, wie sie ausfällt!

Viele Schriftsteller*innen haben vielleicht die irrige Ansicht, man könnte Everybody’s Darling werden und es jedem Rezensenten und jedem Leser recht machen. Das ist unmöglich! Die Welt ist bunt und jeder darf eine eigene Meinung haben. Ich gehe soweit und sage, nur ein kontrovers besprochenes Buch ist wirklich lebendig. Ausschließliche Top-Rezensionen machen in einer Zeit, in der solche tatsächlich sogar käuflich sind, genauso stutzig wie ein reiner Shitstorm! Es geht um ein Produkt (ja, sogar ein Buch, das mit Herzblut geschrieben wurde ist nichts anderes) – nicht um den Autor! Ein Buch wird mit sauer verdientem Geld gehandelt, nicht anders als ein anderes Unterhaltungsprodukt auch. Und „Wat dem Eenen sin Uhl…“! Letztlich wollen wir Leser*innen gewinnen, neue aus dem Dämmerschlaf wecken, nicht Rezensenten! Kritik ist per se nicht ablehneswert, sondern immer willkommen, denn sie ist eine hilfreiche Richtschnur für Leser, die vorab wissen möchten, ob ein Buchinhalt sie erreichen könnte oder nicht. Ein enttäuschter Leser ist schlimmer als ein enttäuschter Kritiker!

Wie finden Selfpublisher nun vertrauenswürdige Buchblogger*innen, die diesen Win-Win-Auftrag entsprechend fair und zugleich ehrlich umsetzen? Das ist die Frage, die nach dem eingangs beschriebenen Vorfall die Gemüter bewegt. Jeder, der in der Situation ist, sein Buch selbst zu promoten, wird in vielerlei Hinsicht einen mühevollen Weg beschreiten, denn einen einfachen, leichten gibt es leider nicht. Wer für sein Manuskript einen Verlag oder eine Agentur sucht, muss viel lesen und stöbern, um eine/n möglicherweise passende/n zu finden und das gleiche gilt für die Suche nach passenden Buchbloggern für Rezensionen. Generell Blogs oder Vlogs zu finden ist nicht das eigentliche Problem, also ist es sicher am hilfreichsten, sich möglichst viele Buchbesprechungen dort anzuschauen. Stimmt das Genre? Werden selbstverlegte Bücher überhaupt besprochen (viele lehnen sie noch ab) und wenn ja, gefällt der Stil? Wie lange existiert der Blog/Vlog schon und wie aktuell sind die Rezensionen, welches Zeitfenster steht zur Debatte und gibt es ästhetisches Bildmaterial? Scheint die Wahl zu stimmen, führt der nächste Weg über eine nette Anfrage, in der möglichst viel einvernehmlich vorab geklärt werden sollte. Einhundertprozentige Sicherheit, nicht an eines der seltenen schwarzen Schafe zu geraten, gibt es nicht, aber nur über Kommunikation können Fragen geklärt werden. In der Mehrzahl der Fälle klappt dies auch ausgezeichnet und dann sollte mit Lob nicht gespart werden. Diese Währung ist immer noch die allerbeste und persönlicher als Allerweltshitlisten, die die ‚Großen‘ hofieren, deren Kapazitäten dann aber schnell an die Grenzen des Machbaren stoßen (auch genaues Hinlesen dauert) und die Kleineren, dafür vielleicht hochmotivierten, völlig außer Acht lassen.

Es gelten also die gleichen Gesetze, wie überall, wenn ein Topf einen passenden Deckel sucht. Ich wünsche Euch viel Erfolg, Glück und Teamgeist für Eure Suche!

Wer von eigenen Erfahrungen erzählen möchte, hier ist Zeit und Gelegenheit ⬇️ – raus damit, ich freu´ mich drauf!

(Titelfoto von Iván Tamás auf Pixabay – vielen Dank!)

9 Kommentare zu „Zankapfel Rezension

  1. kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, eine Hand wäscht die andere, alte Weisheiten der Korruption! Wer durch sein Produkt nicht überzeugen kann, muss sich Aufmerksamkeit kaufen. Hat noch nie funktionier oder bestens funktioniert, je nach Perspektive und Anspruch. Der eine fällt drauf rein, der andere merkt den Beschiss schon aus der Ferne. Leider wird es das immer geben, genauso wie es die marodierenden Banden kleiner Kinder immer geben wird, die geleitet von ihren Eltern, über Wohnviertel wie Heuschrecken herfallen.

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    1. Dass es diese Mechanismen immer schon gegeben hat und weiterhin geben wird, ist sicherlich richtig, entbindet uns als Individuum aber nicht von der Verpflichtung zur Werteüberprüfung für unser eigenes Handeln. Unser Tun ist Matrize für das kommender Generationen. Vielen Dank für den netten Kommentar!

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      1. Mit meinem Beitrag wollte ich nur ein wenig offenlegen, wie schnell uns falsche Erwartungen an andere verlocken und wie wir selber überhöhte Erwartungen schüren. Ich verteile Geschenke und erwarte eine Gegenleistung. Aber ein Geschenk ist immer gratis – das ist der Sinn (sonst wäre es ein Honorar)! Weil ich aber dennoch so handle, arbeite ich fleißig daran mit, dass (im Fall, den ich in meinem Beitrag thematisiere) sich bei einigen (wenigen) Buchbloggern die Erwartung manifestiert, neben einem kostenlosen Rezensionsexemplar noch üppige Geschenke zu erhalten. Der Kreis schließt sich. Und nicht weil heute ‚Erntedank‘ ist, sondern generell sollten wir unsere Ansprüche und Erwartungen öfter prüfen oder besser kommunizieren!

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    1. Liebe Tala,
      es werden auch negative Kritiken kommen und Du darfst selbstverständlich (kurze Zeit!) darüber deprimiert sein. Beides ist vollkommen normal im Literaturbetrieb und überdies menschlich. Wenn wir etwas kreativ schaffen, sehen wir unser Werk subjektiv immer im goldenen Glanze (etwas schon im Vorhinein Bezweifeltes lassen wir schließlich nicht los). Nur wir wissen um die Tränen der Selbstzweifel oder vielleicht über das Unverständnis in unserem Umfeld, den Kampf gegen den inneren Schweinehund, den zeitlichen Aufwand des Recherchierens und Schreibens. Die Enttäuschung, nicht jeden Leser erreichen zu können, liegt in der Natur der Sache. Uns kann nunmal nicht jedes Buch gefallen.

      Es gibt Autoren, die aus Angst vor der ‚Verletzung‘ keine Rezensionen ihrer eigenen Werke lesen. Ich finde faire, sachliche (!) Kritiken gerade für Selfpublisher immens hilfreich. Läse ich zehnmal, dass mein Text zu viele Rechtschreibfehler enthält oder der Stil zu flach ist oder die Charaktere zu stereotyp sind oder es vermeidbare Längen gibt oder, oder, oder, so darf ich mich darüber (und ein wenig über mich selbst?) ärgern, aber beim nächsten Projekt habe ich einen entscheidenden Vorteil all denen gegenüber, die von einer dubiosen Community gepampert wurden, weil zuvor ordentlich geschleimt wurde – ich erhalte die Chance, es noch besser machen zu wollen und an der Kritik als Mensch und Schreiber zu wachsen! Auch ein Lob aus einem ehrlichen Mund ist tausendfach wertvoller, als aus einem ‚honiggeschmierten‘.

      Niemandem wäre damit gedient, kritische Anmerkungen einfach zu ignorieren. Ich werde nicht müde, zu betonen, dass auch ein mit Liebe geschriebenes Buch eine Handelsware ist. Das Buch soll Leser erreichen, die es kaufen möchten. Klingt der Deal vielversprechend, geben Leser in der Regel für diese Ware zwischen 10 bis 25 Euro und mehr aus und haben alles Recht der Welt auf eine Meinung dazu!

      Aber natürlich wünsche ich Dir für Dein Projekt viel ehrliches Lob und große Fairness für, hoffentlich wenig, negative Kritik. Dennoch solltest Du Dir Dein Fell dick wachsen lassen, denn leider bestimmen auch Neid und Missgunst die Szene und da darf man nicht alles zu dicht an sich herankommen lassen!

      Toi, toi, toi,
      Heather

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      1. Liebe Heather,
        ich finde, du triffst da wirklich ins Schwarze. Es ist schwer mit Kritik umzugehen, aber sie ist notwendig. Die einzige Gefahr, die ich für mich sehe, ist, dass ich mich völlig entmutigen und mir quasi mein Hobby dadurch verderben lasse. Aber du hast recht, gleichzeitig möchte ich ja an die Öffentlichkeit gehen und mich den Meinungen stellen.
        Wichtig ist meiner Meinung nach auch, dass man von Anfang an klar kommuniziert, was für ein Buch es ist. Denn wenn jemandem das Genre gar nicht gefällt, dann wird ihm auch das Buch nicht gefallen.

        Lieben Dank für dein Mutmachen!
        Tala

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      2. Für ein reines Hobby hätte ein einzelnes handgeschriebenes und kritikungefährdetes Exemplar gereicht. Du beabsichtigst nun aber die Erstellung einer freiverkäuflichen ‚Handelsware‘ und musst Dich dem Markt, den Käufern und Mitbewerbern mutig stellen. Keine Kritik wird leidenschaftlichem Schreiben etwas anhaben können. (Frag´ aber niemals Familie oder Freunde, wenn Du eine wirklich ehrliche Meinung hören möchtest 😉)
        LG, Heather

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