Monatselfchen Januar

NEINuar!
Nordhessische Regenzeit.
Herzwärmesuche im Jammerfrost.
Regenbraun stirbt im Schneematschgrau.
JAnuar?

Zugegeben, ich bewege mich derzeit nur stöhnend und jammernd raus, denn ich, echsenähnlich wechselwarm veranlagt, empfinde mich dort in einer lebensfeindlichen Umgebung. Entweder ist meine Kindheitserinnerung an deutlich winterige Winter eine tunnelartig verklärte, oder die Menschheit hat es tatsächlich inzwischen geschafft, im vergangenen Halbjahrhundert die Erde so hinzuhunzen, dass lediglich ein Klima-Chaos als Nährboden für Neues, Besseres zurückbleibt. Ein wenig Sonnenschein ist doch wirklich nicht zuviel verlangt! Schlussendlich werde ich mir mein Arbeitszimmer terrarienähnlich mit Tageslicht- und Wärmelampe ausstatten müssen und es mit reichlich echtem Grün bepflanzen, um dort die Monsunregenzeit unserer Region bis zum Frühling, auf einem schrundigen Ast vor meinem PC hockend, auszuharren. Meinen „Projekten“, die derzeit still im Hintergrund laufen, käme das sicher zugute. Stattdessen mutieren die zwanghaft zum Jahresbeginn angelegten To-do-Listen „Ich-sollte“, „Ich-müsste“ und „Ich-möchte“ in „Keine-Lust“, „Will-nicht“ und „L***-mich“.

Lesen geht hingegen immer und sei es in Hörbuchform, um ungeliebte Hausarbeiten erträglicher zu gestalten. In diesem Jahr verfolge ich die Idee, disziplinierter mehr Klassiker für mich neu zu entdecken, bzw. zu „rereaden“, um einen trendigen Anglizismus zu bemühen, denn das Vergessen hat Lücken gerissen. Zudem ermüdet mich (ich liebe zur Entspannung Psychothriller) die momentane wahre Springflut von Thriller-/Krimi-Neuerscheinungen, die aber kaum noch Innovationen bereit hält, die sich äußerlich und innerlich immer mehr wie ein Ei dem anderen gleichen und sich stilistisch größtenteils an der Schundgrenze bewegen. Vielleicht erwische ich ja auch nur die falschen! Aber bei den doch recht saftigen Preisen, ist ein Fehlgriff immer ärgerlich! Heute für 22 Euro ein Buch kaufen und morgen gelesen und verärgert bei einer Ankaufplattform für 15 Cent wieder verscherbeln – das kann und will ich schon lange nicht mehr.

Stefan Zweig habe ich soeben wieder entdeckt und einige neue Gedanken für mich dazu verknüpfen können. Merke: Nicht nur bei Neuerscheinungen kann man zuweilen Schätze bergen, alten Schätzen wieder erneut Aufmerksamkeit zu schenken und sie neu wertschätzen zu lernen ist oft erfüllender! Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich ich Stoffe im Laufe meines Lebens wahrgenommen habe. Jedes Alter hat seine ganz eigene Sicht. Nicht besser, nicht schlechter, aber immer verändert.

So, jetzt hole ich mir erst einmal ein paar Mehlwürmer, Heimchen und frisches Wasser ins Terrarium. Wie steht´s mit Eurer Sicht auf das neue Jahr? Seid Ihr noch motiviert oder vom großen C. deprimiert? Lebt Ihr wie ich im Terrarium, oder tigert ihr im Käfig herum oder fliegt gar frei wie ein Vogel?

Warnung: So sieht ein Aufruf zur Interaktion aus. 😱

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